Abends dann die erste Ausfahrt Richtung Ösling wo dieses Foto entstand. Der Renault 4 läuft super und macht riesen Spaass !

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"J'ai blaxonné jusqu'au fenètres, tu sais, contre la rouille"


Dieser Spruch wird mir ewig in den Ohren bleiben. Ich konnte zu dem Zeitpunkt nichts mit "blaxonné" anfangen, umso grösser war das Erschrecken als ich in der Gegend von Verdun dann schlussendlich vor dem Auto stand. Mit Steinschlagschutz war das halbe Auto misshandelt worden, naja, contre la rouille :-)

Nach kurzem Verhandeln wurden wir uns aber schnell einig, der 1100er Motor lief, und das Projekt konnte aufgeladen werden. Sicherheitshalber hatten wir Jeep und Hänger direkt mitgenommen

In der heimischen Werkstadt angekommen, begannen auch schon direkt die ersten Untersuchungen, die leider Gottes immer schlimmeres ans Tageslicht brachten. So war der Fussraum beim Fahrer und Beifahrer mit einem Blechkasten zugeflickt, genietet und "bien blaxonné"

Das Reserverad war an der Hecktür auf brutalste Weise angeschraubt, deswegen musste das Nummernschild mitsamt Leuchten nach oben weichen. Nach Stunden/Tagen der Demontage war ich dann auch entschlossen, anstatt der schnellen Instandsetzung, eine ordendliche Restauration zu machen. Wie das Projekt später aussehen sollte schwebte mir schon länger vor.

Alles was vom Rost angegriffen war wurde grossräumig beseitigt, so musste auch der ganze (oder was noch übrig war) Boden weichen. Die vorderen Ecken, bekannter Schwachpunkt beim R4 sahen auch nicht mehr Vertrauens erweckend aus. Weg damit, neues, verzinktes Blech rein. Da der Boden noch als Reparatur-blech zu erhalten war, entschied ich mich ein solches einzubauen, erspart Arbeit und sieht optisch besser aus. Vorher wurden jedoch noch sämtliche Streben auf Haltbarkeit kontrolliert, gegebenfalls ausgetauscht.

Rechts: das neue "UNTEN"

das neue Bodenblech ist eingebaut und verschweisst

Links: das ganze "UNTEN OHNE"

Als fast alle Schweissarbeiten erledigt waren, kam es zur Lackaufbereitung: Das gute alte "Blaxon" wurde an Hand von Abbeitzpaste und Bandschleifer beseitig, zwei neue Türen wurden eisgesetzt. Einige Dellen und Unebenheiten mussten verspachtelt werden. Nach den staubigen Schleiffarbeiten wurde der komplette Wagen mit Spritzspachtel versehen, wiederum geschliffen ehe dann der graue Füller aufgetragen wurde. Nachdem auch dieser geschliffen war, konnte die erste Lackschicht aufgetragen werden. Reinweiss, RAL9010

Danach ging es Schlag auf Schlag, zuerst Gelb und 2 Tage später noch Schwarz und fertig war der Lack.

Der Zusammenbau konnte nun beginnen.

Auch Punkto Mechanik wurde alles auf Fordermann gebracht, so wurden alle Trag und Führungsgelenke (Rotullen) erneuert. Auch die Bremsanlage wurde komplett erneuert, Radlager, sämtliche Leitungen (Brems, Benzin) Stossdämpfer, alles wurde durch Neuteile ersetzt. Und als dies auch getan war kam es zu meinem Lieblings-material was es bei Fahrzeug-restaurierungen gibt:


"J'ai blaxonné, tu sais, contre la rouille"


Eine gute Schicht Untebodenschutz wurde aufgetragen, dieser wiederum mit Wachs übersprüht, der Langlebigkeit zugute. Das komplette Auto wurde dann noch mit Hohlraumversieglung versehen. Dies soll uns die nächsten paar Jahre Rost vom Leib (Karrosserie) halten

Ein sehr spannender Tag stand jetzt noch vor der Tür: die technische Kontrolle in Sandweiler. Aber, Dank der ganzen Neuteile bekam das Auto den Segen, naja, erst beim zweiten Versuch. Auch Neuteile müssen eingestellt werden, so kam es dass ich vergessen hatte die Spur einzustellen und tagsdrauf dann aber ohne Mängel bestand. Ein echt zufriedenstellendes Resultat, die Arbeit hatte sich gelohnt.