Oradour-sur-Glane

Eigentlich waren wir nicht mit einem unserer Oldies unterwegs, sondern auf dem Rückweg von der Cote d'Ázur. Da wir kurz zuvor ein Bericht über Oradour gesehen hatten, waren wir fest entschlossen uns diese "Stadt" anzuschauen.


Kurz zur Geschichte:


Am 10. Juni umstellten kurz nach 14 Uhr rund 150 Soldaten der 3. Kompanie des zur 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ gehörenden SS-Panzergrenadier-Regiments 4 „Der Führer“ das 30 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegene Dorf Oradour-sur-Glane. Bataillonskommandeur Adolf Diekmann hatte den Befehl des Regimentskommandeurs Sylvester Stadler, 30 Geiseln vom Bürgermeister des Ortes benennen zu lassen, um diese gegen seinen Freund, Bataillonskommandeur Helmut Kämpfe auszutauschen, der kurz zuvor von der Résistance gefangen genommen worden war.


Der Bürgermeister Desourteaux bot sich selbst und seine Söhne an, doch Diekmann ging darauf nicht ein und befahl stattdessen, den Ort niederzubrennen und ohne Ausnahme alle Bewohner zu töten. Der Chef der 3. Kompanie, Otto Kahn, sagte nach dem Krieg in einem Dortmunder Gerichtsverfahren aus: „Diekmann eröffnete mir, dass als Befehl die Niederbrennung und Vernichtung des Dorfes Oradour eingegangen sei, was ich auszuführen hätte.“


Die Dorfbewohner wurden zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben und dann, nach über einer Stunde, von der SS in Männer, sowie Frauen und Kinder aufgeteilt.


Die über 400 Frauen und Kinder wurden in der kleinen Kirche eingepfercht. Nach etwa eineinhalb Stunden legten die SS-Leute mit einem Brandsatz, den sie in einer Kiste vor dem Altar deponierten und anzündeten, in der steinernen Kirche Feuer, das beißenden Qualm und Panik erzeugte. Auch der hölzerne Dachstuhl des Kirchturms ging in Flammen auf und schlug schließlich durch das Dach des Kirchenschiffes auf die eingeschlossene Menge. Zuvor schon waren die Eingeschlossenen von Fenstern und Türen aus beschossen und mit Handgranaten beworfen worden. Allein der 47-jährigen Bäuerin Marguerite Rouffanche gelang durch ein Fenster die Flucht in ein nahegelegenes Erbsenbeet, in dem sie, durch fünf Schüsse einer Maschinengewehrsalve schwer verletzt, bis zum nächsten Tag ausharrte und so überlebte. Ihr Augenzeugenbericht ist der einzige der Tat aus Opferperspektive; er wurde aber bei der Verhandlung vor dem Militärgericht in Bordeaux 1953 von mehreren SS-Mitgliedern bestätigt. Nachdem die verletzte Rouffanche zunächst im Krankenhaus von Pierre Povetin, einem Mitglied der Resistance-Vereinigung MUR, befragt wurde, nahm am 13. Juni der Präfekt von Limoges eine Zeugenaussage auf, deren Zusammenfassung er an die Deutsche Waffenstillstandskommission in Wiesbaden schickte, eine reichsdeutsche Behörde für strittige Angelegenheiten zwischen Vichyfrankreich und Deutschland, die mit dem deutsch-französischen Waffenstillstand von 1940 gegründet worden war.


Währenddessen waren die verbliebenen über 200 Männer und älteren Jungen in Garagen und Scheunen festgesetzt worden. Auf einen Signalschuss hin eröffneten die Soldaten gleichzeitig das Feuer auf sie zu ihrer Liquidation. Anschließend wurden die Leichenberge ohne Rücksicht auf verletzte Überlebende mit Hilfe von Stroh angezündet. Nur fünf Männern gelang rechtzeitig die Flucht, auch sie wurden teilweise schwer verletzt.


Insgesamt starben 642 Menschen in Oradour, von denen später lediglich 52 identifiziert werden konnten. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Nur sechs Menschen überlebten das Massaker, darunter Robert Hébras, der sich nach diesem Erlebnis dem Widerstand anschloss und nach dem Krieg als Buchautor hervortrat. Er wurde bekannt für seine Bemühungen um die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Hébras wurde vielfach geehrt, unter anderem wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.(quelle:Wikipedia) https://de.wikipedia.org/wiki/Oradour-sur-Glane


Man könnte jetzt noch stundenlang über diesen Ort und das dazu gehörende Museum diskutieren,wir können jedoch nur den Rat mit auf den Weg geben, wenn man in der Gegend ist (Region Limousin) man sich das unbedingt anschauen.


Aber Achtung: Nichts für schwache Nerven !!!



Oradour-sur Glane September 2015

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